Gendersternchen

Inzwischen begegnet man den Formen Einwohner*innen, Einwohner:innen, Einwohner_innen. Ist das eine neue deutsche Rechtschreibung?

Nein. Diese Formen sind weder weder neue noch alte Rechtschreibung, sondern gar keine. Erfundene Darstellungen wie Einwohner&innen, Einwohner innen, Einwohner?innen. Sie gehören nicht zur Schriftsprache Hochdeutsch.

Inhaltlich spaltet die Gender-Thematik das Land übrigens in drei Standpunkte. Standpunkt 1: Mit der Einfachnennung verwendet man die männliche Mehrzahlform Einwohner stellvertretend für alle Menschen. Ein Wort für alle. Begründung: Das ist pure Sprachökonomie. Niemand denkt bei den Einwohnern eines Landes, dass hier nur die Männer gemeint seien.

Standpunkt 2: Mit der Doppelnennung Einwohnerinnen und Einwohner möchte man die Existenz von Frauen bewusster machen. Eine freundliche Form, die heute in Briefen, E-Mails und Kurztexten üblich ist. In längeren Texten gibt es aber ein Problem: Ständige Doppelnennung zerstört dort den Lesefluss.

Standpunkt 3: Mit der Dreifachnennung will man neben Frauen und Männern auch Transgender-Personen abbilden. In Stellenausschreibungen sieht das seit 2019 (sprachlich richtig) so aus: weiblich, männlich, divers. Rechtschreiblich ungültig sind dagegen die Erfindungen Einwohner*innen, Einwohner:innen, Einwohner_innen.